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Neuer Ort, neues Glück

Autor: Lars | Datum: 29 November 2012, 12:52 | Kommentare deaktiviert

Da bin ich wieder und nach nem guten Monat gibt’s auch viel zu erzählen. Ich muss gestehen, es hat nicht aufgrund fehlender Internetverbindung so lange gedauert. Ich hab es in Batangas einfach vergessen, wohl ein Zeichen dafür, dass ich mich ganz gut eingelebt hatte und seit meinem Umzug habe ich einfach nicht so viel Zeit gehabt.
Ja, ich bin wieder umgezogen und lebe jetzt in Lucena, der Ort, von dem ich ursprünglich dachte, er sei meine Heimat für das ganze Jahr. Am Anfang war ich ein bisschen traurig, dass ich schon wieder umziehen musste, da ich mich gerade mit ein paar Leuten in Batangas City etwas besser verstanden habe. Es ist zudem anstrengend den ganzen Kennenlernprozess jetzt schon zum dritten mal mitzumachen, auch wenn die Leute hier super nett sind. Bevor ich aber anfange aus Lucena zu erzählen, erstmal noch ein paar Eindrücke aus Batangas.

Youth-Sunday

Ende Oktober stand nämlich der Youth Sunday an, was bedeutet, dass die Jugend den Gottestdienst und alles drumherum eigenständig gestaltet. Der Präsident des CYF hat die Predigt gehalten, ein anderer hat das Dankgebet gesprochen und es gab mehrere Tanz- und Gesangseinlagen seitens der Jugend. Zudem hat man vor der Kirche mit Photos und Plakaten von früheren Aktivitäten etwas Eigenwerbung betrieben. Ich hab natürlich fleißig beim Vorbereiten geholfen und hab mit drei weiteren eine Choreographie im Gottesdienst präsentiert.

Der nächste Höhepunkt des Tages, war der sogenannte Boodle Fight, was heißt, dass wir alle an einer langen Tafel zu Mittag gegessen haben. Es gab keine Teller oder Besteck, dafür war der Tisch mit Bananenblättern abgedeckt und das Essen überall verteilt. Rundherum wurde dann eine Linie aus Reis gezogen und der Kampf konnte losgehen. Kampf deshalb, da alle mit den Fingern gegessen haben und es aufgrund der fehlenden Teller gelegentlich unterschiedliche Ansichten über Besitzansprüche gab. Auch wenn ich es schon gewohnt war mit den Fingern zu essen, war es diesmal besonders lustig. Und lasst euch gesagt sein, Reis mit den Fingern zu essen ist nicht so einfach, wie man vielleicht denkt.

Youth-Sunday

Zudem möchte ich euch noch über meine letzte Woche in Batangas berichten, in der ich in der Primary School auf dem Kirchengelände mitgearbeitet habe. Mit ein paar Lehrern hatte ich mich bereits etwas angefreundet und sie in den Unterricht begleitet. Ich habe also Unterrichtsstunden in den Klassen drei, fünf und sechs mitgestaltet und Parts im Unterricht übernommen. Zwischen den Stunden durfte ich dann Hausaufgaben kontrollieren und bewerten und hatte insgesamt recht viel zu tun. Unterschiede zum Unterricht zu Hause waren, soweit ich das nach drei Tagen in der Schule beurteilen kann, dass der Unterricht frontaler ist und zumindest die Mathestunden immer nach dem gleichen Prinzip ablaufen: Es wird ein Thema an ein paar Beispielen an der Tafel erklärt und von Schülern vorgerechnet, dann werden in Stillarbeit weitere Aufgaben von den Schülern bearbeitet, die am Ende vom Lehrer eingesammelt und korrigiert werden. Ich glaube die Schüler sind hier auch für den Lernerfolg stärker selbst verantwortlich, was sowohl Vor-, als auch Nachteile hat. Es scheint, als wären die Meisten sind sich ihrer Verantwortung bewusst und es wird beispielsweise untereinander darauf geachtet, dass alle Englisch sprechen. Schüler, die das öfters vergessen, haben sich freiwillig, teilweise auch auf Empfehlung der Mitschüler hin, ein Schild mit der Aufschrift „Speak English“ umgehangen. Hätten wir früher wohl nicht gemacht.

Klasse 5

Klasse 5 und ich

Da mein Aufenthalt in Batangas City leider spontan um eine Woche verkürzt wurde, da sich Weltwärtsmitarbeiter in Lucena angekündigt hatten, sind ein paar geplante Aktionen, auf die ich mich schon gefreut hatte ins Wasser gefallen und es ist bei diesen drei Tagen als Lehrer geblieben. Es gab dann noch einen schnell organisierten Farewell Fellowship und am nächstem Morgen war ich auch schon weg, leider ohne mich von allen Verabschieden zu können, aber ich werde bestimmt nochmal hinfahren, wenn ich Zeit hab.

Über meine Arbeit hier in Lucena werde ich euch beim nächsten mal berichten, erwähnenswert ist aber vielleicht noch, dass ich ein Wochenende mit Freunden aus Manila auf dem ersten elektronischem Musikfestival auf den Philippinen war. Im Verhältnis zu Deutschland, war es ein recht kleines Festival, aber für die Philippinen ein große Sache. Das ganze hat in einem verlassenem Ressort in Tagaytay, etwa 100 Kilometer von Lucena entfernt, stattgefunden. Die Anreise für sich war schon ein kleines Abenteuer, dass es hier wenig öffentliche Verkehrsmittel gibt und man normalerweise mit privaten Bussen oder Jeeps fährt. Da es keine Direktverbindung gab, musste ich also zweimal umsteigen und mich immer zum nächsten Abfahrtsort durchfragen. Insgesamt habe ich für die Strecke gute 6 Stunde gebraucht, was auch daran lag, dass die Jeeps erst losfahren, wenn genug Passagiere da sind und sich die Fahrt auch lohnt. Dafür hat das ganze aber auch nur 4 Euro gekostet. Das Festival war echt super und es waren recht viele andere Ausländer da. So haben wir unter anderem nen deutschen Entwicklungshelfer, nen Ami, nen paar Franzosen, nen Österreicher und natürlich auch reichlich Filippinos kennengelernt. Insgesamt also ein wirklich gelungenes Wochenende und ich hoffe so etwas bald wieder machen zu können.

Tagaytay Electronic Music Festival

und schon neue Freunde gefunden

Wirklich schön ist hier in Lucena meine Wohnsituation, ich hab ein recht großes Zimmer mit Schreibtisch und ein eigenes Bad gegenüber von der Pastorwohnung, zu der ich auch nen Schlüssel hab. Zu Kochen oder Fernsehgucken kann sich also rüber gehen. Das Highlight ist aber die Dachterrasse mit Hängematte in der man sich, je nach Tageszeit, super sonnen oder Sterne gucken kann.


Goldy und ich machen Mittagspause

Das wars auch schon von mir und ich verabschiede mich mit meinem täglichen Ausblick über die Stadt...